By: Marleen van Balkom On: August 29, 2016 In: Ernährung, Metabolit des Monats Comments: 0

Glucose ist der wichtigste Zucker für die meisten Tiere und Pflanzen und spielt auch eine essentielle Rolle bei unserem Stoffwechsel! Lasst uns einen Blick darauf werfen, wieso Glucose so wichtig ist.

Glucose dient als Grundeinheit für unseren Energie-Stoffwechsel und ist somit wichtig für alle Funktionen unserer Zellen, besonders für unser Gehirn, da dieses den höchsten Glucose-Verbrauch aller menschlichen Organe hat. Die meisten natürlichen Zucker, aber auch die, die industriell hergestellt werden, bestehen aus vielen aneinander gehängten Glucose-Einheiten und werden bei der Verdauung wieder zu Glucose zerlegt. Hier könnt ihr mehr über die Chemie von Glucose und Kohlenhydraten erfahren.

Trotz ihrer Wichtigkeit ist Glucose, oder Zucker ganz allgemein, in größeren Mengen schädlich für unsere Gesundheit: Überschüssige Glucose, die nicht für den direkten Energiestoffwechsel der Zellen verwendet wird, wird als Fett gespeichert. Wie viel Zucker ist also tatsächlich gut für uns? Und warum bekommen wir so oft Heißhunger auf Schokolade, Gummibärchen und Co.?

Laut den Empfehlungen der American Heart Association sollte der tägliche Zuckerkonsum von Frauen bei etwa 100 Kalorien liegen – das sind umgerechnet etwa 6 Teelöffel Haushaltszucker. Für Männer liegt die Richtlinie etwas höher.

Was sich erst einmal nach viel anhört, ist in Wahrheit viel weniger: Eine einzige Dose Cola enthält bereits 39 Gram Zucker, also etwa 10 Teelöffel! Und auch was die Schokolade angeht, ist die Antwort ernüchternd: Abhängig von der Sorte hat ein Riegel bereits 78 Gram Zucker.

Das führt natürlich dazu, dass der tatsächliche Pro-Kopf Zucker-Konsum in den meisten westlichen Ländern die Empfehlungen weit übertrifft: Während die USA mit 76,7 Gramm (39 Teelöffel) pro Kopf pro Tag den höchsten Zuckerkonsum weltweit haben, liegen europäische Länder inklusive Deutschland, Belgien und den Niederlanden nicht weit dahinter.

Aber was genau passiert eigentlich in unserem Körper, wenn wir Zucker essen?

Die erste Reaktion wird durch ein Hormon der Bauchspeicheldrüse reguliert – das Insulin, das Zellen dazu anregt, Glucose aufzunehmen.

Problematisch sind vor allem raffinierte, weiße Zucker, die in vielen Nahrungsmitteln enthalten sind: Diese sorgen für einen raschen Anstieg der Blutzuckerwerte, der gefolgt ist von einem rapiden Abfall, der auch als Hypoglykämie bekannt ist.

Deshalb werden solche Industriezucker auch als “leere Kalorien” bezeichnet, da sie kaum Nährwert enthalten und keine lang anhaltende Energie liefern. Stattdessen führt der Konsum zu einem hypoglykämischen Tief begleitet von Müdigkeit nicht lange nach der zuckerhaltigen Mahlzeit, was Heißhungerattacken fördert. Besser sind vollkornhaltige Lebensmittel, da sie für einen konstanten Blutzuckerwert über einen längeren Zeitraum sorgen.

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Fig 1: Verlauf des Blutzuckerwertes nach der Zunahme von Weißbrot (gelb) in Vergleich mit vollkornhaltigem Roggenbrot (grün). (Quelle: http://pathways4health.org/category/foods-health-conditions/)

Vielen Industrieprodukten wird Zucker zugesetzt – oft versteckt: Unter den Nahrungsmitteln, in denen man zunächst keinen Zuckerzusatz erwarten würde befinden sich viele Saucen und Dressings (z.B. Ketchup, Salatsoße u.a.), Hamburgerbrötchen und viele Frühstücksflocken. Deshalb ist es am besten, die Inhaltsangaben nach versteckten Zuckern zu überprüfen. Sie finden sich oft als Dextrose, Maltose, Fructose oder Sucrose.

Natürliche Zucker hingegen nimmt man durch den Konsum unverarbeiteter Lebensmittel wie Früchten (Fructose), Milch (Laktose) und beispielsweise Honig zu sich.

Besonders Kinderprodukte enthalten hohe Mengen an zugesetzten Zuckern, oftmals sogar weitaus mehr, als in den entsprechenden Produkten für Erwachsene enthalten sind. Die deutsche Organisation Foodwatch hat zuletzt 180 verschiedene Produkte getestet und kam zu dem Schluss, dass Produkte, die durch bunte Verpackungen oder Spielzeug direkt auf Kinder zugeschnitten sind, oft bis zu 50% mehr Zucker enthalten als die Versionen für Erwachsene.

Was macht Zucker noch gefährlicher?

Hoher Zuckerkonsum in Kombination mit fettigen Lebensmitteln ist dafür bekannt, das Risiko von Übergewicht und den daraus folgenden Krankheiten wie Diabetes und Herz- und Kreislauferkrankungen drastisch zu erhöhen.

Bereits im Mutterleib wird festgelegt, wie gut wir Zucker verbrennen!

Kürzlich haben Wissenschaftler der Washington University eine Studie veröffentlicht, die zeigt, dass Übergewicht durch die Mutter an die nächste Generation weitergegeben wird: Experimente mit Mäusen bestätigten, dass Mütter, die aufgrund einer zucker- und fetthaltigen Ernährung übergewichtig wurden, diese Veranlagung an ihre Kinder, Enkel und sogar Urenkel weitergaben. Mehr über die Studie könnt Ihr hier lesen.

Aufgrund der negativen Effekte von hohem Zuckerkonsum auf unsere Gesundheit führen viele Länder eine politische Debatte, um den Zuckerverbrauch einzuschränken.

Da vor allem zuckerhaltige Getränke, wie Limonaden, Cola aber auch gezuckerte (Eis-)Tees und Sportgetränke eine Hauptkalorienquelle für viele Kinder und Jugendlichen darstellen, haben einige Länder eine sogenannte “Zuckersteuer” eingeführt.

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Fig. 2: Zuckergehalt in populären Getränken wie Eistee, Joghurtdrinks, isotonische Sportgetränken und “Soft drinks”. (Quelle: Grethe Coen sugar scale)

Eines der ersten Länder, das eine solche Zuckersteuer einführte, war 2012 Frankreich und auch Mexiko hat 2013 eine 10%-Steuer auf zuckerhaltige Getränke eingeführt. Die Konsequenzen lassen sich sehen: In Mexiko gingen daraufhin die Verkaufszahlen von Limonade und Co. im ersten Jahr um 9% zurück. Andere Länder wie Großbrittanien planen eine ähnliche Zuckersteuer und auch in Deutschland kommt es immer wieder zu öffentlichen Diskussionen.

Während Länder wie Mexiko zwar als Beispiel dafür dienen, dass eine zusätzliche Steuer tatsächlich zu Verkaufseinbußen führt, lassen sich noch keine Aussagen darüber treffen, in wieweit sich das auch auf die Verbesserung der Gesundheit auswirkt.

Wie Ihr seht, gibt es viele Gründe, auf den eigenen Zuckerkonsum sowie den Blutzucker zu achten. Wenn Du an der Kenkodo-Betaphase teilgenommen hast, schau Dir Deine Glucose-Werte auf my.kenko.do genauer an!

Da Glucose so wichtig ist, kommt Glucose auch in unser zukünftiges Wellbeing-Panel, sodass Ihr bald wieder anfangen könnt, Euren Zuckerspiegel in Abhängigkeit von Eurem Lebensstil zu tracken.

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Weiter lesen:

How is glucose metabolised?

http://www.livestrong.com/article/81866-glucose-metabolized/

Polysaccharides

http://www.nutrientsreview.com/carbs/polysaccharides.html

Effects of Dietary Fiber and Its Components on Metabolic Health

http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC3257631/

How do blood levels react to consumption white vs. whole-grain bread?

http://pathways4health.org/category/foods-health-conditions/

Tests for Blood Sugar (Glucose) and HbA1c

http://patient.info/health/tests-for-blood-sugar-glucose-and-hba1c

Recommendations for Daily Sugar Consumption by the American Heart Association

http://www.heart.org/HEARTORG/HealthyLiving/HealthyEating/Nutrition/Added-Sugars_UCM_305858_Article.jsp#.V7RiHSiLSUm

Sugar Consumption in the US

https://authoritynutrition.com/how-much-sugar-per-day/

Added Sugars in Industrial Products

http://www.openmindnutrition.com/how-bad-is-sugar-for-you-symptoms-and-effects-of-eating-too-much-and-why-to-reduce-your-intake/

High Sugar in Children’s Products

http://www.foodwatch.org/de/informieren/kinderernaehrung/aktuelle-nachrichten/50-prozent-mehr-zucker-in-kinder-produkten/

Fructose-induced leptin resistance exacerbates weight gain in response to subsequent high-fat feeding

http://ajpregu.physiology.org/content/295/5/R1370

Pregnant women’s high-fat, high-sugar diets may affect future generations

https://www.sciencedaily.com/releases/2016/06/160616141336.htm?utm_source=feedburner&utm_medium=email&utm_campaign=Feed%3A%20sciencedaily%2Fhealth_medicine%2Fnutrition%20%28Nutrition%20News%20–%20ScienceDaily%29

Soft drinks stall in France as consumers trade down

http://www.beveragedaily.com/Markets/Soft-drinks-stall-in-France-as-consumers-trade-down-Canadean

Mexican soda tax cuts sales of sugary soft drinks by 6% in first year

https://www.theguardian.com/world/2015/jun/18/mexican-soda-tax-cuts-sales-first-year

The effects of taxes on purchases of sugar-sweetened carbonated soft drinks: A quantile regression approach

http://www.tandfonline.com/doi/abs/10.1080/00036840802599776#.V5c2yGiLSUk

 

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